Bürgeraktion Freudenstadt

Protokoll der Monatssitzung am 12.03.2018

Im Café Kuckuck

von 20.00 Uhr- 22.00 Uhr

 

Anwesende: Bärbel Altendorf-Jehle, Elisabeth Gebele, Esther Kissling, Gesine Lörcher, Albrecht Ortmann, Stefan Vögeli, Ruth Maurer, Olfert Dorka, Michaela Matt, Gisela Blickle, Siegfried Blickle, Walter Trefz, Kurt Breuer, Gero Kerig, Ulrike Hansen, Doris Breyer, Alexander Breyer, Frau Kneisler, Maren Rapp, Stefan Zacke

Entschuldigte: Albrecht Lörcher, Rosita und Lothar Lahme

Unser Gast: Moritz Casimir Franz-Gerstein, Projektleiter des Wildtierparks Alexanderschanze

Thema: Wisente im Wildtierpark ?

Sitzungsleitung: Gesine Lörcher

 

Gesine Lörcher begrüßte alle Anwesende und stellt Herrn Franz-Gerstein vor. Herr Franz-Gerstein berichtete, dass bereits bei der Nationalpark-Gründung die Idee eines Wildtierparks im Gespräch war, aber nicht weiter verfolgt wurde. Gastronomen und Kommunen nahmen aber dieses Thema wieder auf und im Mai 2015 wurde der Förderverein „Wildtiergehege Alexanderschanze“ gegründet, Vorsitzender ist OB Julian Osswald.

Diskutiert wird:  ein Wisentgehege (europ. Bison), eine stark gefährdete Tierart

                            Beweidung der Grinden durch Heckrinder und Pferde, evtl. Ziegen

Die Wisenthaltung ist auf dem Gebiet Kniebis-Alexanderschanze, Richtung Wolftal angedacht. Die Tiere können das ganze Jahr in dem Gehege bleiben und werden mit Heu aus nahegelegenen Wiesen gefüttert (gut für die Offenhaltung der Landschaft). Das Gelände wird mit einem großmaschigen Zaun umgeben, damit Waldtiere passieren können. Es wird ein kurzer  und ein längerer Rundweg aus Bohlen entstehen, wobei auch ein Rückzugsraum für die Tiere wichtig ist. Etwa 1/3 des Weges ist als erhöhter Weg (1,5 m bis 3 m über der Erde) geplant. Der Bestand wird auf einer Fläche von 20 – 24 Hektar aus ungefähr 12-15 Tieren bestehen. Da Wisente die Rinde der Bäume fressen, wird mit der Zeit ein lichterer Wald entstehen, was gewünscht wird, da es für das Auerhuhn positiv ist.

Die Beweidung der Grinden werden durch Heckrinder (ein gezüchtetes Hausrind) besondere Pferde und evtl. Ziegen stattfinden. Pferde verhindern das Verfilzen der Grinden, da sie das Gras am Grund abfressen. Heckrinder und Hinderwälder Rinder ergänzen sich. Verschiedene Tiere sind besser, da ein unterschiedlicher Vertritt entsteht. Diese Tiere können in flexiblen  Seilzäunen gehalten werden. Sie werden im Winter ins Tal geholt  und im Frühjahr wieder auf die Höhe gebracht. Dadurch werden Samen von Pflanzen auf die Grinden transportiert, was sich positiv auswirkt.

Ein wichtiges Thema bei der anschließenden Diskussion war ein Verkehrskonzept. Laut Herr F.-Gerstein sollen keine neuen Flächen für Parkplätze gerodet werden. Eventuell werden die Grünstreifen entlang der Schwarzwaldhochstr. als Parkplätze genutzt. Angedacht sind auch Busverbindungen von den Bahnhöfen mit dortigen Parkmöglichkeiten.

 Der Anmerkung von S. Vögeli , dass auch Gänse sinnvoll wären, stimmte F.-Gerstein zu, die Behörden seien aber dagegen. Auf die weitere Frage  von S. Vögeli, was die Wisente mit einem Nationalpark zu tun hätten, die Beweidung der Grinden jedoch dazugehöre, meinte O. Dorka, dass die Weidetiere nur kurze Zeit auf den Grinden seien, die Wisente aber das ganze Jahr. An der Alexanderschanze ist keine Beweidung möglich. Bei den Wisenten handelt es sich auch um ein Artenschutzprojekt.

R. Maurer merkte an, dass sie Schwierigkeiten hätte sich vorzustellen, dass an der Alexanderschanze ein Rummelplatz  mit vielen parkenden Autos entsteht. Zudem sich der Verkehr aus Stuttgarter Richtung  durch Freudenstadt drängt, wo sich jetzt schon an schönen Wochenenden Staus bilden. Eigentlich will man mit einem Nationalpark die Natur schützen und nicht noch mehr Umweltzerstörung produzieren. Mit solchen Angeboten entlang der Schwarzwaldhochstraße möchte man die Leute aus dem Nationalpark  raushalten, meinte B.Altendorf-Jehle,

  Der Vorschlag von Albrecht Ortmann einen Premiumradweg von Freudenstadt bis zu Schwarzwaldhochstraße mit schönen Aussichtspunkten auszuweisen wurde positiv aufgenommen.

Auf die Frage von Maren Rapp nach der Finanzierung antwortete H. F. Gerstein, dass die anliegenden Gastronomen und Firmen großes Interesse an diesem Projekt haben und sich großzügig an der Finanzierung beteiligen. Die Unterhaltungskosten seien noch nicht gesichert, man hofft auf eine Übernahme durch den Nationalpark.

Am Schluss zeigte H. F.-Gerstein anhand einer Karte, dass Wisente im Mittelalter in Deutschland gelebt haben, z.B. auf der Schwäbischen Alb.

 

 

Für das Protokoll:

Freudenstadt, 13.03.2013

R. Maurer