Bürgeraktion Freudenstadt

Stellungnahme der Fraktion der Bürgeraktion im Gemeinderat Freudenstadt zum Aussichtsturm

 

Wir, die Fraktion der Bürgeraktion werden geschlossen gegen den Aussichtsturm auf dem Kniebis stimmen und wissen auch einen Großteil der Mitglieder unserer Basis bei dieser sicherlich nicht

 

Ich werde die Vorteile des Baues jetzt nicht mehr nennen, denn das wurde schon von der Verwaltung getan. Vielmehr möchte ich auf die Nachteile, die wir sehen, abheben.

 

Der Turm wird nicht ganzjährig begehbar sein. Durch seine offene Bauweise ist er Wind und Wetter ausgesetzt, muss also bei Schnee und Frost geschlossen bleiben. Das sind auf dem Kniebis nicht wenige Tage im Jahr, denn der Winter beginnt dort oben früh und endet spät im Jahr.

 

Nebel und trübes Wetter sind auch in den anderen Monaten nicht selten, da darf der Turm natürlich trotzdem bestiegen werden, wird es aber logischerweise nicht, wenn man oben nichts sieht.

 

Zweites Handicap: Er kann von alten und behinderten Menschen nicht erklommen werden. Nun kann man sicherlich die Ansicht vertreten, nicht alle Gebäude sind und können behindertengerecht sein. Richtig: Aber man braucht in unserer heutigen Zeit nicht Gebäude errichten, die von vornherein Behinderte und alte Menschen ausschließen.

 

Ferner glauben wir, dass dieser Turm eher dem Segment des Vorbeifahrtourismus zugeordnet werden kann. Er führt voraussichtlich nicht dazu mehr Menschen vom Nationalpark hinein in den Kniebis oder gar nach Freudenstadt zu führen.

 

Vorbeifahrtourismus deshalb, weil der Besucher entweder vom Auto aus sagt: Oh wie schön und weiterfährt oder aber nur kurz aussteigt, hinaufsteigt, die Aussicht bewundert und danach wieder weiterfährt.

 

Anders ist das beispielsweise bei dem Wildtierpark, der, wenn er richtig und mit Augenmaß gestaltet wird, mit heimischen und alten Tierrassen, eine wunderbare Ergänzung zum Nationalpark sein kann und die Besucher dazu animiert länger dazubleiben möglicherweise Kniebis auch als Urlaubsort zu wählen, um von hier aus die Zeit in diesem Park zu verbringen und vom Kniebis aus den Nationalpark zu erkunden.

 

Dazu gehört für uns auch unabdingbar die geplante Rangerstation auf der Alexanderschanze. Ein ganz wichtiger Baustein innerhalb des Nationalparks aber auch für die Anbindung Freudenstadts an den Nationalpark. Im Gegensatz zum Vorbeifahrtourismus setzen wir, die Bürgeraktion, auf den sanften Tourismus, einen Tourismus, der die Menschen mitnimmt in diesen Nationalpark, ihnen zugleich aber auch die Möglichkeit gibt, die gesamte Region als Urlaubsort kennenzulernen.

 

Ganz wichtig hierbei. Werbung für unseren Parkwald in Freudenstadt. Große Hoffnungen setzen wir dabei auch auf die kommende Gartenschau und alle damit verbundenen Projekte.

 

Doch wieder zurück zum Aussichtsturm. Er hat kein Alleinstellungsmerkmal, so wie man sich das ursprünglich vorgestellt hat. Der Buchkopfaussichtstrum Oppenau hat das Alleinstellungsmerkmal gekippt.

 

Doch es ist nicht nur dieser Aussichtsturm, es gibt einige davon, beispielsweise auch den alten Turm auf der Hornisgrinde. Auch beim Besucherzentrum des Nationalparks am Ruhestein wird es einen Aussichtsturm geben. Warum sollen die Besucher des Nationalparks, die ganz bestimmt dieses Zentrum besuchen werden, dann auch noch auf unseren Zapfen steigen? Zumal die ganze Schwarzwaldhochstraße mit der prächtigen Aussicht für Wanderer, ja selbst für Autofahrer wirbt und sie auch tatsächlich bieten kann.

 

Der Kniebis selbst hat mit der Elbbachplattform auch eine ganz besondere Aussicht hinab auf den See, übrigens ein hervorragendes Beispiel für Behindertenfreundlichkeit.

 

Also, wir die Bürgeraktion sagen unbedingt ja zur Rangerstation Alexanderschanze, ja auch zu einem dem Schwarzwald typischen und für die Schwarzwaldhochstraße passendem Wildpark, verbunden beispielsweise mit einem tollen Erlebnisspielplatz. Ja also zu einem Familien- und behindertenfreundlichen Ort, der zum Verweilen und Dableiben animiert.

Wir sagen aber nein zum – wie wir meinen -  nicht mehr notwendigen Aussichtsturm für den Kniebis.

Freudenstadt, den 17.05.2017

 

 

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