Bürgeraktion Freudenstadt

 

Protokoll der Monatssitzung

vom 17. Oktober 2016

 

Ort: Café Kuckuck

 Zeit: 20.00 Uhr - 22.30 Uhr

Anwesend: G. Kerig – B. Altendorf-Jehle – G. Lörcher – A. Lörcher -M. Matt – Axel Uhl – R. Maurer – A. Ortmann – St. Voegeli – E. Kiessling –  W. Trefz – E. Gebele – B. Nübel -Nils Krüger (Denkmalverein) – O. Dorka

 Entschuldigt: D. Breyer – K. Breuer

 

1.      R. Maurer begrüßt die Anwesenden.

 2.      Universitäts-Campus

 Die Gemeinderätinnen berichten über die Gemeinderatssitzung: Gemäß dem ausliegenden Plan werde die ehemalige Waldorf-Schule abgerissen. Erhalten bleibe das alte EVS-Gebäude für Werkstätten. Die Begründung sei, dass die Waldorf-Schule nicht barrierefrei umgebaut werden könne. Außerdem sei das Gebäude innen zu kleinteilig. Die Universität könnte nach Horb verlegt werden, wenn es in Freudenstadt nicht kurzfristig klappe.

Ein Investor stehe noch nicht fest. Stadt und Kreis würden die Gebäude anmieten, die Firmen würden die technischen Einrichtungen stellen.

Dazu Herr Krieger: Die Begründung für den Abriss leuchte nicht ein. Der Verein habe Kontakt mit OB Osswald und Herrn Schmalz aufgenommen. Dieser bitte brieflich um Prüfung, ob das alte Gebäude erhalten werden kann.

B. Altendorf-Jehle betont, von Seiten der Verwaltung sei dargestellt worden, eine alternative Planung (zum ausgelegten Plan) sei nicht möglich. Der Brief sei nicht erwähnt worden.

In der anschließenden Diskussion wurden verschiedenste Vorstellungen angesprochen: Cafeteria, Büros, Arbeitsräume im alten Gebäude, Studentenwohnungen; unterirdische Parkplätze anstatt oberirdische.

Da der Universitäts-Campus für Freudenstadt ein besonderer Anziehungspunkt sei, müsse auf die architektonische Gestaltung gesteigerter Wert gelegt werden; ein Architekten-Wettbewerb sei daher unverzichtbar. Denn wenn bis übers Jahr der Universitätsbetrieb beginnen solle – was stark bezweifelt wurde – könne allenfalls Allerwelts-Architektur umgesetzt werden.

W. Trefz gibt zu bedenken, dass vom Gemeinderat Entscheidungen getroffen werden mussten unter Zeitdruck und „Angstargumenten“, aber ohne umfassenden Hintergrund.

Der Planvorlage sei nur zu entnehmen, wofür das Altgebäude  N I C H T  geeignet sei, Alternativen seien nicht dargestellt worden. Das Vorgehen der Verwaltung wurde als „Erpressung“ bezeichnet. Notwendig sei eine offene Präsentation und Diskussion.

E. Gebele verspricht, den Denkmalverein zu unterstützen, G. Kerig erklärt sich dazu bereit, eine Aktion zu initiieren.

 

3.      Stadthotel

Der Hotel-Neubau sei 3-geschossig (ca. 11 m Höhe) vorgesehen, allerdings ab Niveau Kurhaus-Vorplatz. Von der Tannenstraße aus gesehen kämen dazu noch ca. 7 m für die beiden „Untergeschosse“ hinzu. Da es noch keinen Investor gebe – so Herr Krieger – sei noch genügend Zeit für einen Architekten-Wettbewerb. Die Auslegung dauere noch bis zum 17. November; in dieser Zeit sei Einspruch möglich.

 O. Dorka wies nach, dass der aktuelle Bebauungsplan in der vorliegenden Form nicht akzeptiert werden dürfe. Er enthalte eine Fülle von Unstimmigkeiten und zudem seien viele Abweichungen und Ausnahmen möglich.

 

4.      AfD

 Die Behandlung dieses Themas war von G. Kerig beantragt. Mit Unterstützung durch eine umfangreiche Vorlage zeigte er sowohl akzeptable als auch unannehmbare Eigenschaften dieser Partei auf, die von 17 % der Freudenstädter Wähler gewählt worden sei. Die AfD maße sich an, einfache, aber scheinbare, Lösungen anbieten zu können für komplexe Wirklichkeiten.

 Die Frage sei nun: Wie könne die BA aktiv werden?

 Man war sich einig, dass die BA nur aus gegebenem Anlass und nur im Zusammenwirken mit anderen politischen Gruppen handeln könne, wie z. B. anlässlich der Wahlkampfveranstaltung der AfD im Kurhaus oder aus Anlass der öffentlichen Selbstdarstellung der NPD auf dem Marktplatz. Hinzu komme, dass die BA kein öffentliches Forum in den Medien habe.

 

5.      BA-Festschrift

Da sich erfreulicherweise bereits Mitarbeiter für dieses Projekt gefunden haben, konnte A. Lörcher diesen für ihre Bereitschaft danken. Das weitere Vorgehen wurde kurz besprochen. Eine Redaktions-Gruppe soll sich dazu noch bilden. Als Zeitrahmen für die Beitrage wurde Ostern 2017 vorgeschlagen.

 

6.      Verschiedenes

 R. Maurer appelliert: Wer kann Patenschaften für Flüchtlinge übernehmen?

 

 Hinweis für die Mitgliederversammlung: Es müssen Neuwahlen stattfinden. Barbara Nübel wird nicht wieder kandidieren, ihre Position muss neu besetzt werden.

  

Nächster Termin: Mitgliederversammlung / Monatsversammlung am Montag, 14. November 2016, um 20.00 Uhr im Café Kuckuck. Die Einladungen hierzu wurden über e-mail und Post versandt. Um rege Teilnahme wird herzlich gebeten.

  

Für das Protokoll:

Freudenstadt, den 1. November 2016

(gez.) A. Lörcher

 

 

Exkursion nach Nagold

 Nagold 2

Nagold 1

 Herrn Thomas Ebinger erläutert die Gartenschau 2112 in Nagold

Eine interessierte Gruppe der Bürgeraktion Freudenstadt unternahm am Samstag, 24. September 2016, eine Erkundungsfahrt nach Nagold, um zu besichtigen, was von der Gartenschau des Jahres 2012 zum Nutzen der Bürgerschaft und Stadt übrig geblieben ist. Sachkundige Führung und Erläuterungen wurden dazu von Herrn Thomas Ebinger, dem Technischen Leiter der Staatsklenge Nagold gegeben. Die Staatsklenge ist ein Betrieb, in dem Samen aus Fichtenzapfen gesammelt, aufbereitet und weiterverkauft werden.

Herr Ebinger machte zunächst deutlich, dass eine Gartenschau die Finanzen der Stadt noch viele Jahre nach dem Ereignis belastet. Nagold müsse noch einige Zeit jährlich eine Million Euro bereitstellen, um die finanziellen Verpflichtungen, die daraus entstanden, zu bedienen. Auf der anderen Seite stehe aber ein nachhaltiger Vorteil und Gewinn für Stadt und Bürger.

 Als erstes zeigte er den Blumenschmuck in der Innenstadt, der seit der Gartenschau gepflegt wird. Außerdem wurde für die Gartenschau die Sperrung der Bundesstraße an Wochenenden erreicht, was ebenfalls bis heute Bestand hat.

 Besichtigt wurde darauf der neu gestaltete Stadtpark an den Ufern von Nagold und Waldach, der unmittelbar an die Innenstadt anschließt. Herr Ebinger verwies außerdem auf während der Gartenschau errichtete Pavillons, die weiterhin genutzt werden.

Auf Nachfrage informierte Herr Ebinger, dass für die Gartenschau 25 Planungsbüros Entwürfe und Vorschläge eingereicht hätten, mit den Vorgaben, dass der Fluß erlebbar, die Natur einbezogen und die Burg angeschlossen werden sollten. Die daraus entstandene Idee einer Treppe vom Fluss zur Burg sei freilich durch Bürgerentscheid als zu teuer und überflüssig abgelehnt worden. Dies zeige aber auch, dass Bürger, wenn sie in die Entscheidungsfindung eingebunden werden, sehr wohl mitgestalten können. Nagold habe sich intensiv darum bemüht, das Engagement der Bürger wertzuschätzen, und alle Gruppierungen zur Teilhabe aufgerufen. Entstanden sind daraus mehrere Broschüren, z. B. zu einem Baumpfad oder der Sieben Berge Weg.

 Herr Ebinger wurde auch danach gefragt, was für die Akzeptanz einer Gartenschau wesentlich sei. Er betonte, frühzeitig müsse man sich darüber klar werden, was vom Bestehenden zerstört und was neu geschaffen werde; hier müsse man auf Ausgleich achten. Deutlich machte er dies am Beispiel eines Mammutbaumes, der mit einer geringfügigen Änderung des Planes bewahrt wurde. Außerdem müssten sehr frühzeitig alle gesellschaftlichen Gruppen eingebunden werden.

 Gefragt wurde auch, wie die beiden Teile der Gartenschau mit einander verbunden gewesen seien. Herr Ebinger informierte, dies sei durch Shuttlebus-Verbindungen geschehen. Zum Schluss wurde noch der Kirchen-Pavillon besucht, der als „wachsende Kirche“ immer noch zu kirchlichen Handlungen wie Taufe oder Hochzeit verwendet wird.

 Die Mitglieder der Bürgeraktion dankten Herrn Ebinger für seine Ausführungen und verbrachten je nach eigenem Interesse den Nachmittag im Gartenschau-Gelände oder in der Stadt, mit Überlegungen, was von den Eindrücken umsetzbar sein könnte für das Gartenschau-Projekt in Freudenstadt.

 

Im Anhang sollen noch einige Überlegungen und Feststellungen wiedergegeben werden, die aus dieser Exkursion resultieren und natürlich in keiner Weise vollständig sein können.

 Ø  Das Management im Zusammenhang mit Planung und Ausstattung ist enorm wichtig, da sonst die Akzeptanz bei den Bürgern zu gering wäre

 Ø  Da das Gelände in Nagold mit den Gegebenheiten im Christophstal nicht zu vergleichen ist, müssen gänzlich andere Planungsansätze gefunden werden.

 Ø  Ein problemloser Zugang zum Forbachtal ist bisher nur von Baiersbronn aus möglich. Dort fließt der Bach ortsnah und ist auch schon durch einen kleinen Park erschlossen. Weiterhin liegt der Bahnhof in unmittelbarer Nähe zum möglichen Gartenschau-Eingang. Das Gelände ist also mit öffentlichen Verkehrsmitteln selbstverständlich erreichbar.

 Ø  Dies ist in Freudenstadt nicht gegeben. Das Christophstal ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht unmittelbar erreichbar. Der Zugang erfolgt über einen nicht unbeträchtlichen Höhenunterschied. Er muss also so spektakulär gestaltet werden, dass schon das Erlebnis, zum Gelände zu gelangen, einen Besuch interessant macht.

 Ø  Die existierenden Zugänge von Freudenstadt ins Christophstal sind nur brauchbar für Menschen, die gut zu Fuß oder professionelle Radfahrer sind. Weder die Adlersteige noch die vorhandenen Pfade noch die Treppen taugen für problemlosen Zugang, auch dann nicht, wenn sie aufgewertet werden. Eine Laienidee zielt auf eine Seilbahn oder einen Paternoster-Aufzug, sodass auch gehbehinderte oder auch nur bequeme Besucher hinunter und hinauf können.

 Ø  In Nagold wurden zwei prächtige Spielplätze gebaut. Diese sind stadtnah. Inwieweit können solche Anlagen im Christophstal auch nach dem Ereignis selbst attraktiv sein und weiter genutzt werden.

 Ø  Wie – vor allem – kann die Infrastruktur des Christophstals durch die Gartenschau aufgewertet werden, dass nicht nur temporäre Einrichtungen geschaffen werden, sondern solche, die auch den Bewohnern des Tales bleibenden Nutzen bringen.

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