Protokoll der Monatssitzung der Bürgeraktion am 14.3.16 um 20:00 Uhr
im Hotel Hohenfreudenstadt

Anwesende: Elisabeth Gebele, Gisela und Siegfried Blickle, Barabara Nübel, Ulrike Hansen,
Michaela Matt, Ruth Maurer, Kurt Breuer, Simon Kohling, Stephan Voegeli, Gero Kerig, Albrecht
Ortmann (Protokoll) und Felix Käser-Funk.
Außerdem für den Denkmalverein (sofern nicht schon
unter den anwesenden Mitgleidern): Susanne Kratinel, Siegfried Schmid, Detlef Neumann. Gast:
Nils Krieger.

TOP1: Baumfällaktion in der Nordstadt
Bärbel Altendorf-Jehle berichtete von dem Vor-Ort-Termin mit Herrn Grießhaber und Vertretern der
Stadtgärtnerei. Außerdem waren 2 Anwohner und als fachkundige Bürger unsere Mitglieder Olfert
Dorka und Walter Treffz bei der Begehung des Areals mit den gefällten Weiden hinter dem
Lehrerparkplatz an der Keplerschule dabei.
Tatsächlich waren an einigen Baumstämmen Krankheitssymptome sichtbar, teilweise wurden die
Bäume auch aufgrund eines krummen und schiefen Wuchses gefällt um der
Verkehrssicherungspflicht der Stadt gerecht zu werden. Das Ausmaß der Baumfällaktion ist
allerdings aus ökonomischen Gründen größer ausgefallen als unbedingt notwendig, wodurch die
Nahrungsgrundlage der Bienen gefährdet wurde.

TOP2:Austausch mit dem Denkmalverein
Erstes ausführlich mit den Vertretern des Denkmalvereins diskutiertes Thema war die Zukunft der
Rappenkeller, die der Neubebauung des Rappenareals im Wege sind. Anders als in den Medien
berichtet, sieht Siegfried Schmid entgegen der Beschlusslage des Gemeinderats noch eine Chance
zum Teilerhalt der Rappenkeller. Man müsse, so Schmid, darauf hinwirken, dass der Architekt
Jarcke dem Teilerhalt des wesentlichen Kerns zustimme. Dies sind die 2 Gewölbe, die übereinander
liegen, deren Erhalt auch statisch einfacher zu realisieren sei. Die Anfrage des Denkmalvereins an
Herrn Jarcke zum Teilerhalt des Kernbestands blieb aber bisher leider unbeantwortet.
Das Vorhaben des Teilerhalts soll von einer starken Öffentlichkeits- bzw. Überzeugungsarbeit
flankiert werden. Dadurch soll auch für die finanzielle Unterstützung des Projektes geworben
werden. Das Ziel des Denkmalvereins ist zunächst die Erstellung einer Machbarkeitsstudie zum
Teilerhalt. Dafür möchte der Verein eine Summe in Höhe von 3000,-€ bereitstellen, eine Summe die
bei realistischer Betrachtung selbst dafür kaum ausreichen wird. Die Hoffnung ist, dass mit diesem
Startgeld der Betrag durch Spenden anderer wächst, die den Wert des Erhalts dieses Denkmals
ebenfalls sehen. Das erfolgreiche Werben um weitere finanzielle Unterstützer ist unbedingte
Voraussetzung, will man die Chance auf den (Teil-)Erhalt der Rappenkeller wahren.

Niels Krieger äußerte die Idee der Nutzung der alten Säulen der ehemaligen Arkaden um den
Rappen-Pavillion herum. Diese lagern derzeit immer noch auf dem Steinlagerplatz der Stadt
Freudenstadt.

Bärbel Altendorf Jehle äußerte skeptisch, dass nach der gegenwärtigen Beschlusslage die Chance
für den Erhalt sehr gering sei. Außer einigen Steinen des Kellers, die als gestalterische Elemente, z.
B. bei der Gartenschau, genützt werden können, bliebe wahrscheinlich kaum etwas vom
Rappenkeller übrig.

Der restaurierte Rappen-Pavillion sollte als Ort der Geschichte in den Tourismus eingebunden
werden. S. Schmid führte aus, dass das Anliegen der Freudenstädter Bürger noch einmal in die
Keller hineinzugehen, unter anderem um noch Phots zu machen, bevor diese unwiederbringlich
verschwinden, sehr groß sei, z. B. Im Rahmen einer Führungswoche. Die Bürgeraktion unterstützt
die Erfüllung dieses Anliegens nachdrücklich.

Als nächstes mögliches historisches Bauwerk, das in Kürze abgerissen werden könnte, war die
ehemalige Waldorfschule kurz Gegenstand des Austausch zwischen BA und Denkmalverein (wie
mittlerweile der lokalen Presse zu entnehmen war, muss dieses Gebäude voraussichtlich der
geplanten Uni-Außenstelle weichen).

Stephan Voegeli machte den Vorschlag, dass man ein Kataster erhaltenswerter Gebäude erstellen
könnte, um in Zukunft schneller auf drohende Abrissszenarien reagieren zu können. Bärbel A-J
regte an, dieses Kataster um eine Photodatenbank zu ergänzen. Damit könne man auch eine
Präsentation erstellen zur Vorlage bei der Verwaltung. Dies bereits, bevor sich irgendeine neuerliche
Planung abzeichnet bzw. ein Investor bereit steht.

Die alte Rußhütte wird in nicht allzu großer Ferne dem Freudenstädter Tunnel weichen müssen. Für
den Erhalt der Rußhütte müsse ein Konzept erarbeitet werden, so die einhellige Meinung der BA
und des Denkmalvereins. Gerade in der Verknüpfung mit dem Grünprojekt bietet sich eine
Verlegung in Christophstal an, dafür muss allerdings zunächst ein Standort gefunden werden. Die
Rußhütte stellt ein bedeutendes Industriedenkmal dar, das stärker ins öffentliche Interesse gerückt
werden muss.

Um das öffentliche Interesse stärker zu wecken, kam schließlich die Idee auf, einen
Adventskalender mit 24 historischen Gebäuden Freudenstadts herauszugeben. Elisabeth Gebele
regte an, dies zu einem fraktionsübergreifen Projekt zu machen, indem man die Anzahl 24 durch die
Zahl der Fraktionen im Gemeinderat teile. So könnte jede Fraktion ihre eigenen 6 Motive zu diesem
Adventskalender beisteuern.

Der Denkmalverein erläuterte anschließend seine Idee eines neuen Projektes. Das ehemalige
Kurviertel entlang der Lauterbadstraße und auf dem Kienberg solle reaktiviert werden. Die
historischen Parks, die aktuell am verwildern sind, sollen zurückgeschnitten und die Wege
freigelegt werden, so dass sie wieder eine Aufwertung erfahren. Dafür könne man sich vorstellen,
1€-Jobber und / oder Flüchtlinge einzusetzen.

Elisabeth Gebele schlug vor, dies zu verknüpfen mit einer kleiner Ausdehnung des Areals des
Grünprojkets. Anstelle am Kienberg könne man das Grünprojekt ebensogut in der Lauterbadstraße
starten lassen.

Die ehemalige Tuchmacherfabrik im Christophstal soll zentraler Punkt / Anlaufstelle des
Grünprojektes werden.

TOP3: Sonstiges

• OB-Wahl → es wird keinen Gegenkandidaten zu Osswald geben

• Felix Käser-Funk rückte ins Bewusstsein, dass das Freudenstädter Krankenhaus momentan
durch Sparzwänge eingeschränkt ist. Auswirkung ist z.B. die Schließung der Neonatologie
für 4 Wochen …

• Zur Stärkung des Tourismus in FDS ist ein deutlicher Ausbau der öffentlichen
Verkehrsanbindung des Nationalparks zwingend.

• Gero Kerig informierte darüber, dass er von Frau Zepf die mündliche Auskunft erhalten
habe, dass alle benachrichtigt werden, die gegen die Änderung der Gestaltungssatzung
Einspruch erhoben hatten, sollte sich in dieser Sache etwas tun …

Für das Protokoll: Albrecht Ortmann
Freudenstadt, 12.04.16