Bürgeraktion Freudenstadt

  

Protokoll der Monatssitzung

vom 12. Oktober 2015

Ort: Gasthof Schwanen

 Zeit: 20.00 Uhr - 22.00 Uhr

 Anwesend: A. Ortmann - S. + G. Blickle - K. Breuer - G. Kerig - U. Hansen - G. + A. Lörcher - R. Maurer - M. Matt - W. Trefz - B. Nübel - E. Gebele - E. Kiessling - F. Funk - B. Altendorf-Jehle - F. Weitkamp

 Entschuldigt: H. Rehberg

 Gäste: Herr Renk - Vertreter/innen der Bürgerinitiative Christophstal (Frau Graf - Frau Frommknecht - Herr Töpert)

  

1.    A. Ortmann begrüßt die Anwesenden und bedankt sich für das Interesse und Engagement im Zusammenhang mit dem Bergbau-Projekt der Firma Sachtleben im Christophstal.

 2.    Frau Graf als Sprecherin der Bürgerinitiative stellt die Bedenken der Bürgerinnen und Bürger aus dem Christophstal und deren Widerstand gegen das Bergbau-Projekt dar.   Ihre Ausführungen stellte sie dankenswerterweise für das Protokoll zur Verfügung. Sie sind nachzulesen im beigefügten Anhang.

 ·         Frau Graf weist besonders darauf hin, dass die Firma Sachtleben am 16. 7. 2015 noch betont habe, es gebe keinen Bergbau gegen den Willen der Bevölkerung, am 26. 8 2015 dagegen, es gelte für sie das Votum des Gemeinderats.

 3.    Herr Renk, dessen berufliche Tätigkeit mit dem Bergbau in verschiedensten Bereichen zu tun hatte, nimmt zu einigen Punkten der Bürgerinitiative Stellung. Er betont dabei mehrfach, dass er  k e i n  Interessenvertreter der Firma Sachtleben sei und lediglich seine Kenntnisse zur Sache beitragen wolle.

 ·         Auf die Frage, wie negative Auswirkungen für die Tal-Bevölkerung vermieden werden könnten, da doch die Aussage des Firmenvertreters (Herr Mauerlechner) eindeutig sei, dass Alternativen wirtschaftlich nicht möglich seien, führt Herr Renk aus:

·         Er habe den Eindruck, dass die Erkundungsphase noch längst nicht abgeschlossen sei. Geologische Vorräte seien nicht automatisch auch wirtschaftliche Vorräte.

·         Das Vorkommen müsse erst noch aufgefahren werden, damit eine wirtschaftliche Kalkulation möglich werde - erst dann seien auch Alternativen darstellbar; z. B. ob es alternative Wege für die Abfahrt des Materials gebe.

·         Seine Erfahrungen mit dem Abbaubereich "Käfersteige" (bei Pforzheim) würden zeigen, dass Renaturierungen nach Ende des Abbaus perfekt möglich seien.

·         Er zeigt sich erstaunt, dass im Christophstal keine Schutzzonen ausgewiesen sind.

·         Für den Bergbau überhaupt sei ein umfangreiches Schutz- und Regelwerk aufgestellt, um Schäden (so weit wie möglich) zu vermeiden. Außerdem seien jederzeit über das Internet sämtliche Emissionsdaten kontrollierbar.

 4.    Frau Graf betont nochmals ausdrücklich, die Menschen im Christophstal seien nicht grundsätzlich gegen den Bergbau, die Ablehnung rühre daher, dass Sachtleben bisher auf der Abfahrt durch das Tal bestehe - und dafür sei die Talstraße wegen ihrer Enge keinesfalls geeignet.

 5.    In einer Replik besteht W. Trefz darauf, dass das Material zu Gunsten der nachkommenden Generationen im Berg bleiben müsse. Dafür aber müssten die jetzt Lebenden ihre Ansprüche zurückschrauben. Renaturierungsmaßnahmen seien zudem völlig überflüssig, sofern auf Eingriffe in die Natur verzichtet werde.

 6.    Eine Besucherin der Sitzung möchte wissen, wie die Bürgeraktion zu den Problemen der Bürger im Christophstal stehe. Dazu weist E. Gebele auf die letzte Monatssitzung hin. Dort sei deutlich geworden, dass sich die BA auf keine  e i n h e i t l i c h e  Position festlegen könne. Damit eine solche - wenn überhaupt - möglich werden könne, seien Informations- und Diskussionsrunden wie die jetzige unverzichtbar.

 7.    A. Ortmann dankt für die umfassenden Informationen und beschließt den TOP. Die Gäste ziehen sich zurück.

 8.    Aktuell kursiert die Information, dass die Landkreishalle (beim Panoramabad) kurzfristig mit Flüchtlingen belegt werden könne / müsse. Damit falle der Sportunterricht für die Schülerinnen und Schüler der Beruflichen Schulen aus. Ausweichen auf die städt. Halle sei nicht möglich, da durch Sportunterricht der anderen Schulen komplett ausgelastet.

Damit kommen der Birkenhof und andere Häuser wieder in die aktuelle Diskussion.       

 E. Gebele weist darauf hin, dass in jeder Sitzung des Gemeinderats die Problematik vorgebracht werde. Allerdings bleibt bisher auch offen, welche anschließenden Maßnahmen ergriffen werden können.

  

Nächste Monatssitzung:

Montag, 9. November 2015, 20.00 Uhr im Gasthaus Adler, Forststraße

 

Für das Protokoll:

Freudenstadt, den 25. Oktober 2015

(gez.) A. Lörcher

 

Vorstellung Bürgerinitiative Christophstal

 Einen schönen guten Abend. Ich möchte mich zuerst für die Einladung bedanken.

Mein Name ist Nicole Graf, ich bin die Sprecherin der Bürgerinitiative Christophstal.

Begleitet werde ich vom Vorstand der Bürgerinitiative, Frau Ingeborg Frommknecht.

Heute mit anwesend Herr Ulf Töpert aus unserer Initiativgruppe.

 

Am 29.07.2015 haben sich mehr als 50 BewohnerInnen des Christophstals im Gasthaus Schiff getroffen.

Alle hatten Bedenken gegen die Wiederaufnahme des Bergbaus im Christophstal.

Nach vielen Diskussionen, stellt sich heraus, dass wir uns wehren wollen.

Wir gründen eine Bürgerinitiative.

 Am 31.07.2015 gründeten wir diese und erarbeiteten unsere Ziele.

 Unsere Ziele sind:

 Nein zu Lärm, Dreck und Lastwagen!

Nein zum Bergbau!

Für ein verkehrsberuhigtes Christophstal!

 Zur Vorstellung dieser Ziele hatten wir am 26.08.2015 zum öffentlichen Bürgerforum ins Blaue Haus eingeladen.

Über den Verlauf dieser Veranstaltung wurde in der Presse ausführlich berichtet.

Ich gehe davon aus, daß Sie informiert sind.

 An diesem Abend haben wir unsere Unterschriftensammlung gestartet.

 Nein zu Lärm, Dreck und Lastwagen!

Nein zum Bergbau!

Für ein verkehrsberuhigtes Christophstal!

 Die Resonanz ist sehr groß.

Die Unterschriftenaktion läuft noch.

 Ich möchte Ihnen unsere Ziele (nun) erläutern:

 Nein zu Lärm, Dreck und Lastwagen!

 Unsere naturnahe Schwarzwaldlandschaft wird negativ beeinflusst werden.

Die Talbevölkerung und Touristen werden beeinträchtigt werden

durch Emissionen wie beispielsweise:

 

·         Lärm

·         Gefährdung

·         Staub und Verschmutzung

·         mögliche Gewässerverunreinigung

·         und Erschütterungen

  

·         Lärm

an einer künftig erforderlichen Umladestation und aus dem LKW-Verkehr.

 

·         Gefährdung

von Mensch und Tier auf der idyllisch schmalen Talstraße durch ein erhöhtes Verkehrsaufkommen an Schwerlastwagen.

1.  bisher sind wenigstens 20 Fahrten pro Tag aus dem Bergbau zu erwarten

2.  20 Fahrten für Schwerspat                                                                                              und wie viele Fahrten für Abtransport von taubem Gestein ???

3.  durch den Verkehr mit z.B. Lastwagen mit Beton, Stahlmatten usw. in der Vorbereitung zum Bergbau.

                                     

·         Staub und Verschmutzung

durch Feinstaub und mögliche Gifte auf der Straße, in Luft und Umgebung.

 

·         Gewässerverunreinigung durch die Grubenentwässerung

möglich

1. im Forbach

und

2. in der direkt benachbarten Forellenzucht

 z.B. durch Trübung, Schwemmstoffe und Umweltgifte

 

·         Erschütterungen durch

1. Sprengungen

2. Umladebetrieb und

           3. Lastwagenverkehr unmittelbar an den Wohngebäuden vorbei.

  Sie wissen ja, dass die Talstraße sehr eng ist.

  

Unser Fazit daraus:

 Nein zum Bergbau!

 Die Firma Sachtleben vertreten durch Herrn Mauerlechner und Herrn Nelles sicherte der Bevölkerung in ihrer Informationsveranstaltung am 16.07.2015 im Stadthaus verbindlich zu, keinen Bergbau im Christophstal gegen den Willen der Bevölkerung zu betreiben.

 Diese Aussage relativierte sich jedoch beim öffentlichen Bürgerforum am 26.08.2015 im Blauen Haus. Herr Mauerlechner sagte dort, dass für ihn das Votum des Freudenstädter

Gemeinderates und somit dessen Abstimmung bindend ist.

Die Talbevölkerung spielt hier keine Rolle.

 Bereits 1988 wurde im Vorfeld der Erlaubniserteilung für Untersuchungsarbeiten von der Firma Sachtleben die Aussage getroffen, daß Sie gegen den Willen der Stadt Freudenstadt keine Bergbau-Arbeiten vornehmen wolle.

(Schwabo 22.06.1988).

 Hat sich Sachtleben daran gehalten?

  NEIN !

 Die Stadtverwaltung unter Leitung von Herrn OB Pfeiffer hat sich gerichtlich dagegen zur Wehr gesetzt.

Unter anderem aus Gründen der Luftqualität und des Tourismus.

Leider war dies ohne Erfolg. Der Untersuchungsstollen Dorothea wurde in seiner heutigen Form aufgefahren.

 

Was hat sich aus heutiger Sicht geändert?

 1. in Bezug auf den Tourismus und das Naherholungsgebiet

 2. in Hinsicht auf das Grünprojekt im Jahr 2025

 und

 3. für die Talbevölkerung

 Sind die zu erwartenden Vorteile höher als die entstehenden Nachteile?

  

Die Firma Sachtleben sieht aus wirtschaftlichen Gründen keine Alternative zu ihren momentanen Planungen und Transportwegen.

Wieso ist eine Aussetzung des Bergbaus zum Grünprojekt im Jahr 2025 dann wirtschaftlich vorstellbar?

 Wie soll die Zukunft des Bergbaus aussehen?

Bisher plant Sachtleben auf 10 Jahre mit einer Abbaumenge von 300.000 Tonnen.

 Die gelagerten Schwerspatreserven werden in der Literatur auf ca. 1,5 – 2 Millionen Tonnen geschätzt.

Dies lässt aus unserer Sicht Spielraum in alle Richtungen !!!

 Zu unserem 3. Ziel,

Für ein verkehrsberuhigtes Christophstal!

haben uns viele Wünsche erreicht.

 Denn das Christophstal hat unabhängig vom Bergbau eine bereits bestehende Verkehrsproblematik.

 Dabei handelt es sich um 3 Schwerpunkte:

 1.    Der Einmündungsbereich von der B28 kommend.

 2.    Der vorhandene Durchgangsverkehr auf der Talstraße nimmt stetig zu.

 3.    Die starke Verkehrs- und Lärmbelastung der B462.

 

Aus unserer Sicht verliert das Christophstal mit dem geplanten Bergbau durch die Firma Sachtleben nicht nur an Charme, Idylle und touristischer Attraktion,

 sondern vor allem an Wohnwert !!!

Als weitere Folge wäre eine Immobilienentwertung zu nennen.

 Das heißt:

Geschäftsgewinne für Sachtleben auf Kosten von Vermögensverlusten für Freudenstädter Bürger, den Talanliegern nämlich.

 Unser Christophstal ist das Naherholungsgebiet von Freudenstadt.

In den Ferien und auch an Wochenenden scheint eine stetig steigende Zahl an Wanderern, Radfahrern und Urlaubern die Ruhe und Schönheit des Christophstales zu geniesen.

Das belegt unsere Unterschriftenaktion auf dem Wochenmarkt in Freudenstadt.

Große Resonanz gab es auch am Sonntag, den 30.08.2015 im Christophstal selbst.

Hier wurden in ca. 3 Stunden 140 Unterschriften von Radfahrern, Wanderern und Erholungssuchenden gesammelt.

 Auch wegen und gerade im Hinblick auf das geplante Grünprojekt im Jahr 2025 erhoffen wir uns einen Ausbau unseres Kleinodes und

keine Schwächung und Zerstörung unserer Lebens- und Wohnqualität durch  Schwerlastverkehr und Emmissionen aus dem Bergbau.

 

Nun möchte ich Sie bitten, nachdem sie uns als Bürger des Tales gehört haben,

Ihre Position zu überprüfen.

 Herzlichen Dank!