Bürgeraktion Freudenstadt

 

 

Protokoll der Monatssitzung

vom

13. April 2015

 

Ort: Musbach

 

Zeit: ab 19.30 Uhr Besichtigung von zwei Häusern in Obermusbach

        ab 21.00 Uhr Sitzung in der "Kornscheuer" (Armbruster-Hof) in Untermusbach (bis 22.40 Uhr)

 

Anwesend: E. Gebele - E. Kiessling - D. Breyer - A. Ortmann - R. Maurer - G. Lörcher - M. Wolf - A. Lörcher - H. Rehberg - K. Breuer - G. Kerig - B. Altendorf-Jehle - S. Schmidt

 

Entschuldigt: W. Trefz - G. + S. Blickle - M. Matt

 

Zunächst werden nach der Begrüßung durch Herrn Ortsvorsteher Joachim Böhm zusammen mit dem Ortschaftsrat Musbach zwei Häuser besichtigt. Herr Uwe Flaschenträger führt durch das seit langem leerstehende Oesterle-Haus (erbaut 1845) und beschreibt die Schwierigkeiten und Probleme, die sich ergeben, für dieses Haus einen Käufer zu finden, obwohl die Bausubstanz (auf den ersten Blick) durchaus zufriedenstellend ist.

 

Anschließend öffnet Familie Marhon ihr vornehmlich in Eigenarbeit saniertes Haus für die Gruppe. Hier kann ein Beispiel wahrgenommen werden, welche Möglichkeiten für modernes Wohnen ein altes Haus bietet.

 

Um 21.00 Uhr trifft sich der Ortschaftsrat Musbach zu seiner Ortschaftsratssitzung, die Mitglieder der Bürgeraktion versammeln sich in der "Kornscheuer" und besprechen zunächst einige Interna.

 

1)       E. Gebele informiert auf Nachfrage, dass die Gestaltungssatzung aufgrund der zahlreichen Einsprüche im Gemeinderat besprochen werden muss. Ein Termin hierfür ist noch nicht bekannt.

2)       S. Schmidt (Vorsitzender des Denkmalvereins) informiert aus seiner Kenntnis über den Stand des geplanten Rappenprojekts. Hierfür hätten Probegrabungen stattgefunden, um die Fundamentierung der zukünftigen Bauten zu prüfen. In das Projekt sei das Architekturbüro Jarcke eingebunden. Es sei ein Ensemble aus mehreren Gebäuden vorgesehen, sowohl für Gewerbe als auch für Wohnungen.

            Dabei könne wohl der Pavillon saniert werden, ob freilich die Keller (kein Denkmalschutz) erhalten werden könnten, sei fraglich.

            Eine Tiefgarage werde notwendig sein. - Es wird gefragt, ob dafür alle Kellerräume beseitigt werden      müssten, oder ob nicht einzelne Räume als "Event-Locations" (zur Steigerung der Attraktivität Freudenstadts) erhalten werden könnten.

            E. Kiessling wünscht dringend die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in dieses Projekt.

 

Mitglieder des Ortschaftsrats Musbach mit Ortsvorsteher J. Böhm stoßen hinzu und werden von R. Maurer begrüßt. Nun werden die mit den Leerständen verbundenen Probleme diskutiert und dazu Ideen entwickelt.

 

Zunächst wurde den Mitgliedern der Bürgeraktion die Vorgeschichte der heutigen Situation nahegebracht. Als zentrales Gebäude sei das frühere Gasthaus "Hirsch" nach langer Verwahrlosung abgegangen. Für diese Stelle sei zunächst die Idee eines "Dorfplatzes" entwickelt worden, dann jedoch sei das Gelände verkauft worden, damit sich ein Bio-Bauernhof ausdehnen könne.

 

Häufig würden die für Musbach typischen sehr großen Bauernhäuser nur noch von einer einzigen, meist betagten Person bewohnt. Nachfolger gebe es nicht, diese seien in der Regel weggezogen und hätten kaum Interesse an der Immobilie.

 

Freudenstadt müsse die Problematik der Leerstände - nicht nur in Musbach und in in den anderen Teilorten, sondern auch in der Stadt selbst - zur Kenntnis nehmen und aktiv werden. Die Frage sei, was könnten Ortschaftsrat, Gemeinderat, politische Gremien dazu tun.

 

Eine Auswahl von Gedanken und Ideen:

 

Ø  Um die großen Häuser nutzen zu können, müssen Nutzungsänderungen möglich sein. Solche Häuser zu sanieren und selbst zu bewohnen, ist für eine einzelne Familie kaum möglich.

Ø  In den Häusern kann generationen-übergreifendes Wohnen umgesetzt werden. Für Wohngemeinschaften kann eine Sanierung und Neunutzung möglich werden; z. B gegen Mietfreiheit für Investitionen oder in Erbpacht.

Ø  Grundsanierung und Einrichtung von Wohnungen für Flüchtlinge

Ø  Sanierung bestehender Gebäude an Stelle von Neuerschließungen auf der 'Grünen Wiese'. Wird ein solches Projekt kommunal organisiert, ist es möglich, die für Privatpersonen unübersichtlich vielen Fördermöglichkeiten zu bündeln und auszuschöpfen.

Ø  Einrichtung eines alternativen "Universitäts"-Campus

Ø  Angebote an Hochschulen zur Entwicklung von Innovations-Konzepten für die Provinz und in der Provinz

Ø  Einrichtung einer 'Ratgeber-Agentur', die darstellen kann, wie historische Gebäude behutsam und preisgünstig saniert werden können: "Wie kann ich dem Haus wieder geben, was es einmal war."

Ø  Betont wird, dass die Erschließung von Neubaugebieten keinen Bevölkerungszuwachs mit sich bringe, sondern allenfalls Verschiebungen und Ausbluten von Stadt- und Ortskernen. Daher sei Sanierung bestehender Bauten in den Zentren vorzuziehen.

Ø  Angebote an Baugemeinschaften können eventuell die Leerstände beheben und dem Verfall entgegen wirken.

Ø  Über eine 'Vermarktungs-Börse' kann öffentliches Interesse für historisch wichtige Bauten geweckt werden.

 

Notwendig in erster Linie, so H. Rehberg und Ortsvorsteher J. Böhm, sei der Kontakt zu den Menschen vor Ort und zu den Besitzern. Erst wenn deren Vorstellungen und Wünsche bekannt seien, könnten Ideen entwickelt werden.

 

 

 

Nächste Monatssitzung: Montag, 4. Mai 2015. - Ort und Zeit werden noch bekannt gegeben

 

 

 

 

Für das Protokoll:

Freudenstadt, den 17. April 2015

 

(gez.) A. Lörcher