Protokoll der Monatssitzung

vom 9. Januar 2012

 

Ort: Gasthaus Adler, Freudenstadt

Zeit: Montag, 9. Januar 2012, 20.00 - 22.30 Uhr

Anwesend: U. Hansen - W. Trefz - M. Franz - G. Lörcher - R. Maurer - L. Lahme - K. Breuer - Ch. Saucke - A. Lörcher - A. Ortmann - B. Nübel - B. Altendorf-Jehle - E. Gebele - M. Scholz - St. Langrehr

Entschuldigt: D. Breyer - F. Riege

Gäste: S. Blickle - G. Blickle - J. Oettling - U. Civet

Pressevertreterin: M. Schwarz (SWP)

 

TOP I

 

M. Franz begrüßt die Mitglieder und Gäste, wünscht ein gutes und erfolgreiches neues Jahr und gibt die Tagesordnung bekannt, sowie die Themen, mit denen sich die BA im Jahr 2012 verstärkt befassen will.

 

TOP II

 

M. Franz informiert zunächst über den „Freundeskreis Nationalpark Nordschwarzwald“, der im Dezember 2011 gegründet wurde, und weist auf die Möglichkeit eines Beitritts zu diesem Verein hin.

 

M. Scholz referiert einen Bericht aus der Stuttgarter Zeitung, der darstellt, dass Gegner des Nationalparks eine sachliche Diskussion gar nicht wollen. Der Kampf gegen den Nationalpark werde ausschließlich emotional geführt.

 

W. Trefz erklärt erneut, lediglich 2 % des Nordschwarzwalds seien von einem Nationalpark betroffen.  Es werde jedoch in der Öffentlichkeit der Eindruck erweckt, als umfasse ein zukünftiger Nationalpark die Fläche des gesamten Nordschwarzwalds.

 

Das viel zitierte Schreckensbeispiel des NP 'Bayerischer Wald' sei nicht auf hiesige Verhältnisse anwendbar, denn dieser NP sei kein 'Entwicklungs-Park' gewesen. Aus den Fehlern, die dort gemacht worden seien, habe man gelernt. So seien auch nach den geplanten 30 Jahren Entwicklung und Lenkung weitere Maßnahmen möglich.

 

Weiter hätten Fachleute international bestätigt, dass die vorgesehene 500-m-Zone hinreichend sei, um den Borkenkäfer von den wirtschaftlich genutzten Flächen fernzuhalten. Zudem sei das Schreckens-Szenario, der Käfer bringe vier Generationen hervor, für den Nordschwarzwald nicht richtig. Der Käfer brauche trockenes Klima, aber im Schwarzwald herrsche - im Gegensatz zum Klima im Bayerischen Wald, das kontinental sei - ein feuchtes.

 

Ferner werde gezielt verschwiegen, dass das Sammeln von Pilzen und Beeren lediglich auf den 2 % der Fläche nicht mehr möglich sei, sonst überall gebe es keinerlei Beschränkungen.

 

Außerdem vermindere das Wegegebot im NP den Stress für Tiere. Wenn sie sich damit abgefunden hätten, dass die Menschen die Wege nicht verlassen, würden sie sich weniger zurückziehen und könnten auch beobachtet werden.

 

Auf den vorgesehenen Flächen existierten bereits viele Bereiche mit Einschränkungen (Sperrzonen, Bannwald Wilder See usw.). Dort bestehe Wegegebot und auch der Borkenkäfer sei aktiv, jedoch führe dies „zu keiner Katastrophe.“

 

K. Breuer wollte wissen, warum dann überhaupt ein NP noch angestrebt werde.

 

Dazu W. Trefz: Förster müssten lernen, wie Wald funktioniert ohne Eingriff. Außerdem bestünden internationale Verpflichtungen, bestimmte Flächen für den Naturschutz bereit zu stellen. Dies bedeute gleichzeitig ein Zukunftskonzept für die Region (z. B. Tourismus). Komme der NP nicht, würden im Südschwarzwald Biosphären-Reservate ausgewiesen und die gesamte Finanzierung und Entwicklung sei für die hiesige Region verloren.

 

Hierauf werden zwei Anträge gestellt:

 

1. Antrag (B. Altendorf-Jehle):

            Die Bürgeraktion Freudenstadt vertritt in der Öffentlichkeit die Haltung  F Ü R  den     Nationalpark Nordschwarzwald.

            Abstimmung: 15  : 0  :  1

 

2. Antrag (E. Gebele):

            Die Bürgeraktion Freudenstadt tritt dem „Freundeskreis Nationalpark Nordschwarzwald“         bei.

            Abstimmung:  15  :  0  :  1

 

Mögliche Veranstaltungen zum Thema Nationalpark werden kurz erwogen. Vorgeschlagen werden eine Waldwanderung vor Ort oder Besprechungen mit Unternehmern und Firmeninhabern, die dem NP positiv gegenüberstehen.

 

TOP III

 

M. Franz betont, dass die Bürgeraktion sich zum Freibad Langenwaldsee eindeutig positionieren müsse, ebenso die Fraktion im Gemeinderat.

 

In der anschließenden Plenums-Diskussion ergeben sich verschiedene Aspekte:

-        Das Jugendforum ist aktiv am Thema.

-        Die Kosten für einen Neubau sind am alten Standpunkt wie auch in Verbindung mit dem Panorama-Bad nahezu gleich.

-        Diskussion im Gemeinderat sei völlig offen

-        Wegen der Fixkosten, die das Pano-Bad bereitet, sei ein Neubau nur in „moderatem Rahmen“ möglich.

-        Der Neubau dürfe sich nicht ausschließlich an den Bedürfnissen der Jugend ausrichten (spektakuläre Rutschen u. dgl.), sondern müsse auch die Bedürfnisse älterer Menschen berücksichtigen.

-        Die bisherige Lage biete Weite und Ruhe, weil sich selbst bei starkem Besuch, die Menschen auf der Fläche verteilen könnten.

-        Die Jugendlichen würden das Schwimmbad trotz fehlender aktueller Infrastruktur annehmen, weil sie dort ihre Freunde treffen könnten.

-        Unbedingt soll das 50-m-Becken erhalten werden.

-        Eine Neuanlage könnte auch weitere Veranstaltungsmöglichkeiten berücksichtigen; dazu sollte das Jugendforum Ideen entwickeln

-        Ein Energiekonzept kann möglicherweise mit dem anliegenden Hotel entwickelt werden

-        Mitgestaltung und Mitbestimmung soll für Bürger bereits und vor allem in der Planungsphase möglich sein.

 

Es wird angeregt, dass ein Vertreter der Bürgeraktion beim nächsten Treffen des Jugendforums zugegen sein solle. St. Langrehr wird anwesend sein.

 

TOP IV

 

Angesichts der vorgeschrittenen Zeit werden weitere Diskussionspunkte auf die Monatssitzung im Februar vertagt. Den Anwesenden, besonders den Gästen, wird für ihre engagierte Teilnahme gedankt.

 

 

Nächster Termin: Montag, 6. Februar 2012

Thema: Zukunft der Bürgeraktion

Ort wird zu gegebener Zeit bekannt gegeben.

 

 

Für das Protokoll:

 

Freudenstadt, 12. Januar 2012

 

gez.:   A. Lörcher