Protokoll der Monatssitzung

vom 11. Oktober 2011

 

 

Ort: Bärenschlössle Christopsstal

Zeit: Montag, 11. Oktober 2011, (20.00 Uhr)

Teilnehmer: Chr. Saucke -O. Dorka - A. Lörcher - G. Lörcher - M. Wolff - B. Altendorf-Jehle -  K. Breuer

Sprecher des Christophstals; Michael Kitzlinger

Entschuldigt: E. Gebele - M. Franz

 

 

 

Bei der Monatssitzung der Bürgeraktion trägt Michael Kitzlinger als Sprecher der Gruppe die Probleme, mit denen sich die Bewohner des Christophstals konfrontiert sehen, vor. Er illustriert seine Ausführungen mit einem detaillierten Bestands- und Zukunftsplan sowie Abbildungen, die frühere Zustände als auch die aktuelle Situation aufzeigen.

 

Michael Kitzlinger betont zunächst, dass die Arbeit die von der Christophstal-Gruppe geleistet werde, eigentlich Planungsaufgabe der Stadt sei. Zur Zeit sei es so, dass auch entstehende Kosten privat (Größenordnung 4000 - 5000 Euro) privat getragen würden.

 

Die Probleme des Tales stellten sich dar wie folgt:

 

-        starke Überalterung; in manchen Häusern würde nur noch eine einzige, und zwar hochbetagte Person leben

-        das Gebiet verschatte zusehends, damit nehme auch die Wohnqualität ab

-        nicht die Schlaglöcher in der Straße seien das vordringlichste Problem, sondern die Tatsache, dass das Tal zuwachse

-        als Schreckensszenario verweist Herr Kitzlinger auf das Lautertal. Ehedem sei es ein offenes Tal mit Wiesen, Weiden und Mühlen gewesen, heute sei es völlig zugewachsen

-        der Hang unterhalb der Schillerstraße müsste offen gehalten werden. Herr Kitzlinger stellt provokant die Frage, ob er bewusst nicht gepflegt werde, damit er als 'Ausgleichsmaßnahme' für den Tunnel politisch verkauft werden kann

-        Touristische Maßnahmen seien notwendig; so müsse der in Halbhöhenlage verlaufende Eugen-Drissler-Weg zur Talseite hin geöffnet und freigeschlagen werden (wie erkennbar auf früheren Postkarten-Aufnahmen!)

-         

 

Die Christophstal-Gruppe verbinde mit der BA-Sitzung die Hoffnung auf „Aufbruch“, wenn in der Sitzung des Gemeinderats am 11. November 2011 die Situation des Tales besprochen werde. Trotz mancher Versprechungen sei in vielen Jahren nichts geschehen der „Zustand der zunehmenden Verschattung ist bisher nicht gestoppt.“ Möglichkeiten sieht Michael Kitzlinger in

 

-        Waldrücknahme

-        Niederwaldbewirtschaftung

-        Wiederherstellung des ehemaligen Landschaftsbildes

-        Pflege und Kennzeichnung vorhandener Wege

-        Öffnung und Offenhaltung von Wegen (z. B. Alte Kniebisstraße, Hartranftpromenade; Adlersteige, mit der das Christophstal von der Stadt her erschlossen werden kann, ist in einem unzumutbaren Zustand, sodass sie sie weder abwärts noch aufwärts befahren (mit Rad) werden kann.

 

Michael Kitzlinger: „Das Tal braucht Licht, sonst geht es der Agonie entgegen.“

 

Zu den vorgetragen Problemen wird eine ausführliche Dokumentation erarbeitet, die den Fraktionen digital zugestellt werden soll.

 

 

Für die Ausführungen von Michael Kitzlinger dankt Olfert Dorka und weist darauf hin, dass ein bewohntes Gebiet das Spannungsverhältnis brauche zwischen offenen Sonnenflächen und Wald. Offene Flächen müssten jedoch bewirtschaftet werden. Da eine landwirtschaftliche Nutzung nicht mehr möglich sei, kämen nur Weideprojekte in Frage (Ziegen, Schafe, Damwild, Rotwild usw.)

 

Weiterhin müsse der Forbach zugänglich und erlebbar werden. Naturerleben und Kulturerleben seien im Christophstal eng verzahnt. Im Gespräch werden einige Themenfelder benannt:

 

-        Mühlen

-        Fabrikation von Gewehrläufen und anderen Waffenteilen

-        Silberförderung

-        Fortführung der industriellen Nutzung des Tales mit Eisenverarbeitung

-        Messerschleifereien

-        Textilproduktion

 

Das Tal biete genug Spuren, um die industrielle Geschichte zu zeigen.

 

Als Langzeit-Perspektive biete sich eine Abstimmung mit dem „Grünprojekt“-Konzept an. Dabei müsse auf Kompatibilität und Nachhaltigkeit für die Bewohner des Tales geachtet werden. Das Christophstal dürfe weiterhin nicht bloß als „Anhängsel“ der Stadt betrachtet werden, sondern es müsse Interesse geweckt werden.

 

Bärbel Altendorf-Jehle sieht dies als eine der Aufgaben für die Stadträte der Bürgeraktion an.

 

Nächster Termin: Montag, 7. November 2011 (Ort und Thema werden noch bekannt gegeben.)

 

 

Freudenstadt, den 23. Oktober 2011

 

gez. A. Lörcher