Protokoll der Monatssitzung vom 5. Juli 2010

 

Ort: Freudenstadt-Christofstal, Gasthof Bad

 

Zeit: 20.00 - 22.00 Uhr

 

Anwesend: W. Trefz, G. Lörcher,  A. Lörcher, W. Hollaus, K. Breuer, M. Franz, Th. Rapp, E. Gebele,

Ch. Saucke,Y. Othman, O. Dorka

 

Bürgersprecher des Christofstals: Fr. Renz, H. Kitzlinger, H. Wetzel, H. Kohl

 

Gäste aus dem Christofstal

 

Entschuldigt: W. Kosuch, B. Altendorf-Jehle, D. Breyer, B. Nübel, St. Langrehr

 

 

1.       M. Franz begrüßt die Anwesenden, besonders aber die Bürgersprecher des Christofstals und die zahlreich erschienenen Gäste, und fordert sie zu Wortmeldungen auf.

 

2.       Von Bürgern des Christofstals wird die grundsätzliche Frage gestellt: Wohin entwickelt sich das Christofstal? - Wichtig seien langfristige Perspektiven. Da die Zahl der Bürgerinnen und Bürger stagniere, fehle der Nachwuchs. Es bestehe die Gefahr, dass das Tal sowohl strukturell als auch sozial 'auf die schiefe Bahn' komme. Deshalb sei eine Gesamtkonzeption über 20 - 25 Jahre notwendig, wie das Tal sich entwickeln könne und solle. Fakt sei, dass das Tal zuwachse, die Sonne wegbleibe und die Wohnlagen verschatten. Daher müsse das GRÜNPROJEKT genutzt werden, damit das Tal auch für die Bewohner wieder attraktiv werde. Einmalige Aktionen seien nicht nachhaltig.

 

3.       W. Trefz beschreibt langfristige negative Flächenveränderungen, die eingetreten sind aufgrund der Nutzungen. Ab ca. 1955 wurden diese Flächen nicht mehr benötigt; sie wurden bepflanzt und wachsen seither zu (Aufforstungen halten Kaltluft fest, deshalb ist es nötig, dass der Bach frei bleibt).

 

4.       Vonseiten Christofstaler Bürger wird geäußert, dass Wünsche an die Verwaltung ignoriert würden.

- In Sonntagsreden werde das Tal als „Kleinod“ bezeichnet, Maßnahmen, dieses zu erhalten, würden aber nicht ergriffen.

- Verwahrlosung werde „Biotop“ genannt.

- Weder würden öffentliche noch private Flächen gepflegt; diese würden deshalb zuwachsen.

- Die Adler-Steige verkomme, Sandsteinpoller würden abgeräumt.

- Die Wirklichkeit von Wanderkarten und Gelände passe nicht zusammen. Wofür also müsse Kurtaxe gezahlt werden; die Werbung sei falsch.

- Sogar Schwerlastverkehr fahre durchs Tal; um dies zu unterbinden sei wenigstens eine 30km-Zone nötig.

- Im Vergleich zu Baiersbronn und Dornstetten seien Freudenstadt und Christofstal „verkommen.“ Der Einschlag für die Schneise von der Hartranft-Allee hinunter ins Tal sei „liederlich“durchgeführt und gestaltet worden. Der von der Bürgeraktion gepflegte Fußweg sei dadurch wieder „zugeschmissen“ worden.

- Der Parkplatz an der B 28 nächst der Einfahrt ins Christofstal müsse als Gefahrenstelle beseitigt werden.

 

5.       Immobilien im Tal seien weitgehend wertlos und würden nicht gekauft. Man müsse froh sein, wenn jemand dort ein eigenes Haus habe und dieses pflege.

 

6.       Einverständnis wurde erzielt, dass Anliegen gebündelt werden müssten und die Talbevölkerung mit  e i n e r  Stimme sprechen müsse. So müssten Einzelne nicht mehr persönlich aktiv werden und könnten nicht mehr als 'Meckerer' abqualifiziert werden. Zunächst aber müsse ein Konzept stehen. Dann könnte es möglich sein, die Anliegen den politischen Gremien nahezubringen. Dazu gehöre eine Flurkartierung, damit Programme der Landschaftsoffenhaltung in Anspruch genommen werden könnten (Überall würden solche Programme verkündet - nur im Christofstal geschehe nichts!). Auf jeden Fall sei es nötig, auf das GRÜNPROJEKT aufzuspringen, sodass die Anliegen nicht verzögert würden.

 

7.       Folgende Punkte sollen angegangen werden:

 

Ø      Verkehrsberuhigung über eine 30er-Zone

Ø      Die Verschattung des Tals soll untersucht werden. Dabei muss festgehalten werden, wo Freiflächen schon vorhanden sind und wo solche noch geschaffen werden müssen.

Ø      Der Bach muss frei sein.

Ø      Der Wald gehört der Gemeinde Freudenstadt (Bürgerwald). Daher muss von dieser Seite der Bach freigehalten werden auf einer Breite von 1 - 2 Baumlängen (ca. 60 m).

Ø      Der Saum muss durch Laubbäume gebildet werden. Die Stadt hat die Pflicht, dies 'ordentlich' zu machen.

Ø      Der Hang zur Stadt hoch wächst zu trotz proklamierter ökologischer Wertigkeit. Auch hier müssen Aktivitäten ausgelöst werden.

Ø      Grundstücke, von denen Beeinträchtigungen ausgehen, müssen erfasst werden.

 

8.       Zum Schluss wurde noch eine wesentliche Schwierigkeit benannt, die bürgerschaftliches Engagement erschwere: Das Tal sei sehr lang und disparat, Kontakte seien schwierig. Dennoch sollte der Versuch unternommen werden, die Bevölkerung zusammen zu bringen in einem Fest.

 

9.       M. Franz bedankte sich für die engagierte Diskussion und die anwesenden Vertreterinnen und Vertreter aus dem Gemeinderat nahmen viele Anregungen mit, die in die Gemeinderatsarbeit eingehen sollen.

 

 

 

 

 

 

Für das Protokoll:

Freudenstadt, den 25. Juli 2010

gez. Albrecht Lörcher