Protokoll der Monatssitzung vom 5. Oktober 2009

 

Ort: „Rappen“-Keller anschließend Café Wiener Traum

 

Zeit: 19.00 - 22.00 Uhr

 

Anwesend: Gesine Lörcher, Ulrike Hansen, Matthias Wolf, Siegfried Schmidt, Martin Franz,            Walter Hollaus, Walter Trefz, Hans Rehberg, Albrecht Ortmann, Manfred Scholz, Yasmin       Othmann, Bärbel Altendorf-Jehle

 

Entschuldigt: Barbara Nübel, Elisabeth Gebele, Stefan Langrehr, Albrecht Lörcher

 

 

1: Besichtigung der alten Rappenkeller

 

Die alten Keller unter der ehemaligen, nunmehr abgerissenen Rappenruine, sind stabil, nicht einsturzgefährdet und Zeugen der Stadtgeschichte. Zu diesem Ergebnis kamen die Mitglieder der Bürgeraktion mit ihren Gemeinderäten, einigen Gästen - unter anderem ein Nachfahre der Lauferdynastie, die einst den „Rappen“ betrieb - sowie Siegfried Schmidt vom Verein für Kulturdenkmale und Rudolf Müller, Leiter des Bauamtes. Die beiden letzteren führten zur abendlichen Stunde die Besucher in die Katakomben.

 

Mit Fackeln oder - weniger romantisch, aber rauchfrei - mit Taschenlampen ausstaffiert, stieg man die steilen, teilweise feuchten und glitschigen Treppenstufen hinab. Bei manch einem machte sich ein mulmiges Gefühl breit und der Blick ging automatisch nach oben: werden die Decken halten und nichts einstürzen? Oder mit Blick auf den Boden und Gänsehaut auf dem Rücken: „Hier gibt es wohl Ratten“, wie eine Besucherin befürchtete.

 

Zur Statik konnte Rudolf Müller die Kellerbesucher beruhigen: „Nicht mal bei den Abräumarbeiten, bei denen schweres Gerät im Einsatz gewesen war, bestand die Gefahr eines Einsturzes.“ Die späteren Untersuchungen ergaben: Keine Fuge hat sich verändert. Die alten Keller haben gehalten und werden auch noch lange halten. Das hoffen zumindest die Bürgeraktion und der Verein für Kulturdenkmale, denn früher stand mit dem Hotel Rappen und selbst mit den Ruinen nach dem Brand quasi ein schützendes Dach über diesen Kellern. Jetzt schützt sie lediglich die darüber platt gemachte Erde, die jedoch wiederum Wasser abgibt.

 

Eine Begegnung mit Ratten gab es in den Gewölbekellern nicht. Beeindruckt waren alle von der Größe der Räume, den verschiedenen elektrischen Zeitzeugen an der Decke und Wänden und den riesigen Betonregalen, in denen einst der reiche Weinkeller des Hotels untergebracht war. Erstaunt waren alle auch über die Weite des untersten, elf Meter unter dem Gelände liegenden Kellers, der im zweiten Weltkrieg auch als Luftschutzkeller der Bevölkerung Schutz bot. Siegfried Schmidt zeigte die Öffnung, in die einst das Eis in die Keller zu deren Kühlung geschüttet wurde, und Rudolf Müller machte auf die Entwässerung aufmerksam, die bis hinaus ins Christophstal führte.

 

Nach der eindrucksvolle Exkursion meinten viele: Was könnte man alles aus den Kellern machen, jetzt schon aber auch bei einer späteren Bebauung. Gerade in Zeiten der Erlebnisgastronomie seien die Keller ein wahres Geschenk für den künftigen Besitzer.

 

2. Café Pause

 

Siegfried Schmidt erklärt, wie wichtig es sei, bei einer künftigen Bebauung die Keller zu erhalten. Der Bau einer künftigen Tiefgarage sei eine wirkliche Gefahr für die historischen Keller. Aber weiter unterhalb sei eine Tiefgarage im Hang möglich, ohne die Keller zu gefährden. Walter Trefz meint, dass ein künftiger Investor schlecht beraten sei, wenn er auf diesen schon umbauten Raum verzichten würde. Martin Franz kann sich eine Erlebnisgastronomie in den Kellerräumen gut vorstellen.

 

Siegfried Schmidt bittet um Mithilfe bei der nächsten Erhaltungsmaßnahme für den Rappenpavillon am 10. Oktober um 10 Uhr.

 

Elisabeth Gebele bittet für die Erlacher Höhe, die einen Kühlwagen für das Stadtlädle anschaffen muss, um Spenden. Spontan erklären sich einige der Anwesenden bereit Geld zu spenden.

 

Walter Trefz spricht das Thema Milchbauern an. Es sei kein EU Problem, sondern ein konkretes Problem vor Ort. Trefz prophezeit, dass in den nächsten Jahren sehr viele Bauern ihre Betriebe aufgeben müssten. Die Bauern seien aber diejenigen, die unsere Landschaft pflegten. Man müsse die Bauern unterstützen und Loyalität zeigen. Eine Einflussmöglichkeit sei, Biomilch oder Breisgauer Weideland-Milch zu kaufen. Man müsse die Bauern in ihrem Protest unterstützen und nicht alleine lassen.

 

Für das Protokoll:

 

Freudenstadt, den 23. April 2010

gez. Bärbel Altendorf-Jehle

gez. Albrecht Lörcher