Protokoll der Monatssitzung vom 7. Januar 2008

 

Ort: Gasthof Adler

Zeit: 20.00 – 22.00 Uhr

Anwesend: D. Breyer – G. Lörcher – Chr. Saucke – B. Nübel – N. Wagner – R. Maurer – H. Rehberg –  G. Bierig – M. Wolf – M. Franz – U. Hansen – W. Trefz – B. Altendorf-Jehle – L. Lahme – K. Breuer – A. Lörcher

Als Gast: Sylvia Wiegert zum Thema „Schulentwicklung in Freudenstadt“

 

 

Doris Breuer begrüßt die Anwesenden, besonders Frau Wiegert, die zum Thema „Schulentwick-lung“ eingeladen ist.

 

Frau Wiegert führt aus, dass im Landkreis Freudenstadt die Schülerzahlen massiv zurückgehen:

            Grundschulen:              - 17,2 %

            Hauptschulen:              - 27, 3 %

            Realschulen:                  - 13,3 %

            Gymnasien                   - 16,6 %

 

Deshalb werden nötig:

 

       Strukturelle Änderungen

       Klärung, welche Schulen gebraucht werden

       Prüfung, ob Lehrer- und Stundenangebote gehalten werden können

       Untersuchung, ob Klassenverbände jahrgangsübergreifend geführt werden können

       Prüfen, ob etwas Hauptschulen zusammenarbeiten müssen

       Untersuchen, ob etwas Haupt- und Realschulen zusammengelegt werden müssen

       Wird vielleicht sogar die Einheitsschule (wie in Finnland) das Ziel sein müssen?

 

Schulträger müssen Schulkonzepte vorlegen, andernfalls wird das Land aktiv; und dann könne es sein, dass Schulen geschlossen würden.

 

Im Grundschulbereich:

       Jahrgänge mischen, um Standorte zu halten

       Profilierung der Schulen; dann werden Eltern die für sie passende wählen können

       Wo Eltern aktive, mitgestaltende Partner sind, haben Schulen einen guten Ruf

       Wo dagegen Elternarbeit als „Hausfriedensbruch“ gesehen wird, hat die Schule einen schlechten Ruf.

 

Jahrgangsmischungen seien bereits bewährt und würden Lernmotivation erzeugen.

Förderunterricht könne zum Profil beitragen, indem verschiedene Schulen unterschiedliche Kompetenzen fördern.

Im Realschulbereich:

 

       überdurchschnittlich viele Schüler mit Gymnasial-Empfehlung besuchen die Realschule (dies auch schon vor der Einführung von G 8)

       Realschulen haben Standortvorteile, da auch an kleineren Gemeinden vorhanden.

       Realschüler können an Beruflichen Gymnasien nur über Pool-Klassen aufgenommen werden

       Die Möglichkeit, an Berufliche Gymnasien zu wechseln und dort das Abitur zu machen, wird häufig wahrgenommen; die Ausstattung (Räume und Gerät) an den Beruflichen Gymnasien ist (zumindest in Freudenstadt) moderner als am Kepler-Gymnasium

 

Am Gymnasium:

 

       Kursvielfalt ist abhängig von Schülerzahlen

       Wenn Schülerzahlen zurückgehen, können nicht mehr alle Kurse angeboten werden

       Ausweg Video-Unterricht?

       Technische / finanzielle Probleme

       Wie soll Mitarbeit bewertet werden?

       Jede Änderung ist mit ungeheurem technischem Aufwand verbunden

       Eine Lösung der organisatorischen Probleme könnte die Profilbildung in der Oberstufe sein.

 

Dazu bemerkt W. Trefz: Der Gemeinderat befasse sich mit Schule nur auf der Investitions-Ebene; da sei eine Änderung nötig. Verantwortung für die Schule als Gesamtes sei notwendig, Stadt müsse auch als „Erziehungs-Partner“ tätig werden. Die veränderte Situation an den städtischen Schulen müsse wahrgenommen werden.

 

       Hilfreich sein könne auch das Gebundene Ganztages-Gymnasium, das an vier Tagen in der Woche verpflichtend sei für alle Schüler. Da gymnasiale Bildung ihre Zeit brauche, seien Rhythmisierungen der Arbeitsphasen notwendig, die Spannung und Entspannung enthalten müssten.

       Frau Wiegert regt an, die einzige geb. Ganztagesschule Baden-Württembergs in OSTERBURKEN zu besuchen.

 

Vor allem in der Hauptschule würden sich Defizite in der frühkindlichen Erziehung bemerkbar machen. Deshalb müssten Sprachdefizite und Leistungsdefizite schon früh ausgesteuert werden. Dazu gehöre nicht nur Mädchen-Förderung, sondern auch Jungen-Förderung, z. B. durch Lehrer. Zusammenlegung mit Realschule (zur Einheits-Schule) sei sinnlos, da Kinder mit ihren Defiziten stets vorhanden seien ('man könne wohl die Hauptschule abschaffen, aber nicht den Hauptschüler').

 

Weiterhin müsse die Attraktivität der privaten Schulen als Herausforderung gesehen werden, die staatlichen Schulen zu verbessern.

 

            Vgl. dazu auch von Bärbel Altendorf-Jehle:

            „Stadt als Erziehungspartner“ (SWP vom 12. Januar 2008)

            „Gemeinderäte wollen bei Erziehung mitreden“ (SchwaBote vom 12. Januar 2008)

 

Verschiedenes:

 

u      Matthias Wolf bedankt sich für die Unterstützung durch die BA für die 'Rock Night'

 

u      Ulrike Hansen beklagt die Verschmutzung der Stadt und die mangelhafte Reinigung (etwa zu Weihnachten und nach Sylvester). - Bittet darum, dass Gemeinderäte dem nachgehen mögen.

 

u      Doris Breuer dankt Hans Rehberg für die Aktualisierung der Homepage. Nun können Protokolle der Monatssitzungen sowie Zeitungsberichte, die die Bürgeraktion betreffen, auf der Homepage gelesen werden.

 

u      Walter Trefz wünscht, dass die Klausurtagung der BA am 19. Januar im Naturfreundehaus Kniebis bereits um 9.00 beginnen soll. - Dem wird zugestimmt.

 

u      Barbara Nübel weist auf eine Veranstaltung am 21. Januar, 18.00 in der Eduard-Spranger-Schule hin, zum Anlass 'Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus'.

 

 

Nächste Monatssitzung am 11. Februar 2008

Ort wird noch bekanntgegeben.

 

 

Für das Protokoll:       

 

Freudenstadt, den 26. Januar 2008       


 

            Albrecht Lörcher